4PGP - Four Player Grand Prix Review ( Switch 2 )
Veröffentlichung: 10. Juni 2026
Entwickler: Vision Reelle
Plattformen: Nintendo Switch 2, Steam, Playstation 5
Genres: Racing
Herausgeber: 3GOO Japan
Retro-Racing mit Grip, Charme und ordentlich Couch-Multiplayer-Laune
Manchmal braucht ein Rennspiel keine offene Welt, keine 300 freischaltbaren Spoiler und keine Menüstruktur, die sich anfühlt wie eine Steuererklärung mit Lenkrad. 4PGP – Four-Player Grand Prix setzt stattdessen auf eine angenehm direkte Formel: einsteigen, Gas geben, Kurve nehmen, Gegner ärgern und im besten Fall lachend über die Ziellinie rauschen. Der Titel will ganz bewusst an klassische Arcade-Racer erinnern, bei denen nicht die Simulation im Vordergrund steht, sondern der schnelle Spaß auf der Strecke.
Technik: Sauber, bunt und angenehm übersichtlich
Technisch präsentiert sich 4PGP bewusst reduziert, aber keineswegs lieblos. Die Grafik setzt nicht auf realistische Hochglanz-Optik, sondern auf einen farbenfrohen, leicht stilisierten Retro-Look. Die Strecken sind gut lesbar, die Fahrzeuge heben sich klar vom Hintergrund ab und auch bei mehreren Fahrern auf dem Bildschirm bleibt das Geschehen ordentlich übersichtlich.
Gerade bei einem Arcade-Racer ist das wichtig. Wer in eine Kurve fliegt, will nicht erst überlegen müssen, ob das da vorne eine Streckenbegrenzung, ein Schatten oder ein missglückter Grafikfilter ist. Hier punktet 4PGP mit klarer Darstellung und gut erkennbarem Streckenverlauf.
Auch die Performance wirkt auf den ersten Blick stabil. Das Spiel lebt von Tempo und direkter Reaktion, und genau das scheint der Titel ordentlich umzusetzen. Große technische Spielereien darf man nicht erwarten, aber das ist hier auch gar nicht der Punkt. 4PGP will nicht zeigen, wie viele Partikeleffekte eine Engine stemmen kann, sondern wie viel Rennspaß in einem klassischen Konzept steckt.
Fahrgefühl und Spielspaß: Schnell drin, schwer wieder raus
Das Herzstück eines jeden Rennspiels ist natürlich das Fahrgefühl. Und hier scheint 4PGP genau den richtigen Ansatz zu verfolgen: unkompliziert, direkt und arcadig. Man muss nicht erst zehn Runden lang Reifenmischungen studieren oder Setup-Tabellen auswendig lernen. Gas, Bremse, Kurvengefühl – fertig. Herrlich altmodisch, aber im besten Sinne.
Die Rennen wirken schnell, knackig und auf kurze Spielrunden ausgelegt. Dadurch eignet sich 4PGP besonders gut für zwischendurch. Eine Runde ist schnell gestartet, Fehler sind sofort spürbar, aber selten so frustrierend, dass man direkt den Controller gegen die Wand werfen möchte. Zumindest nicht, wenn der Kumpel neben einem fair fährt. Also vermutlich nie.
Der größte Reiz entsteht klar aus dem Wettkampf. 4PGP scheint weniger auf endlose Einzelspieler-Motivation zu setzen, sondern auf direkte Duelle. Wer vorne liegt, spürt den Druck. Wer hinten liegt, wartet auf den einen Fehler. Genau daraus entsteht dieser klassische Arcade-Sog, bei dem man nach einer Niederlage nicht lange diskutiert, sondern nur sagt: „Nochmal.“
Modi und Umfang: Der Fokus liegt klar auf Mehrspieler-Action
Wie der Name schon sagt, steht bei Four-Player Grand Prix der Mehrspieler-Gedanke im Mittelpunkt. Besonders spannend ist der lokale Vier-Spieler-Modus, denn genau solche Spiele sind heute seltener geworden, als sie sein sollten. Während viele moderne Titel alles online auslagern, erinnert 4PGP daran, dass gemeinsames Zocken auf einem Bildschirm immer noch seinen eigenen Charme hat.
Der Umfang scheint dabei eher kompakt und fokussiert zu sein. Das muss kein Nachteil sein, solange die vorhandenen Inhalte gut funktionieren. Ein Arcade-Racer braucht nicht zwangsläufig 80 Strecken, wenn am Ende nur fünf davon wirklich Spaß machen. Wichtiger ist, dass die Kurse abwechslungsreich genug sind und die Rennen immer wieder für Spannung sorgen.
Natürlich hängt die Langzeitmotivation stark davon ab, wie viele Strecken, Fahrzeuge und Varianten am Ende enthalten sind. Sollte 4PGP hier genug Abwechslung bieten, kann der Titel besonders als Party- und Couch-Multiplayer-Spiel richtig gut funktionieren. Für reine Einzelspieler, die eine riesige Karriere erwarten, dürfte der Fokus aber vermutlich etwas zu schmal ausfallen.
Präsentation und Retro-Faktor: Nostalgie ohne Staubschicht
Optisch und spielerisch zielt 4PGP klar auf Fans klassischer Rennspiele. Der Retro-Faktor ist deutlich spürbar, wirkt aber nicht wie eine billige Verkleidung. Statt einfach nur alte Zeiten zu kopieren, nimmt das Spiel bekannte Arcade-Zutaten und verpackt sie in eine moderne, saubere Präsentation.
Besonders schön ist, dass 4PGP offenbar nicht versucht, größer zu wirken, als es ist. Es geht nicht um epische Inszenierung, nicht um realistische Rennwochenenden und auch nicht um dramatische Rivalitäten mit schlecht geschriebenen Zwischensequenzen. Es geht um Rennen. Punkt. Und manchmal ist genau das die beste Entscheidung.
Der Soundtrack und die Effekte sollten dieses Konzept natürlich tragen. Wenn Motorengeräusche, Musik und Rennatmosphäre sauber zusammenspielen, kann daraus ein richtig rundes Gesamtpaket werden. Gerade bei einem Spiel dieser Art entscheidet die Präsentation oft darüber, ob es nur nett aussieht oder wirklich hängen bleibt.
Fazit: Ein charmanter Arcade-Racer für Freunde klassischer Mehrspieler-Duelle
4PGP – Four-Player Grand Prix wirkt wie ein Spiel, das genau weiß, was es sein möchte: ein direkter, unkomplizierter und sympathischer Arcade-Racer mit starkem Retro-Einschlag. Statt sich mit unnötigem Ballast aufzublähen, setzt der Titel auf schnelle Rennen, klare Optik und lokalen Mehrspieler-Spaß. Das ist angenehm ehrlich und heutzutage fast schon wieder erfrischend.
Wer eine tiefgehende Rennsimulation, eine riesige Karriere oder moderne Open-World-Strukturen erwartet, ist hier vermutlich falsch. Wer aber Lust auf schnelle Runden, klassische Rennspiel-Action und Couch-Multiplayer mit Freunden hat, sollte 4PGP definitiv im Auge behalten. Der Titel erinnert daran, dass Rennspiele nicht immer kompliziert sein müssen, um Spaß zu machen.
Am Ende zählt auf der Strecke nicht, wie viele Menüs ein Spiel hat, sondern ob man nach dem Rennen direkt noch eins fahren will. Und genau diesen Eindruck hinterlässt 4PGP ziemlich deutlich: charmant, flott, nostalgisch und mit genug Grip, um nicht direkt in der ersten Kurve aus dem Gedächtnis zu fliegen.
🪄 Bewertung
Note: 2- (Gut)
🏎️ Grafik: 2 – bunt, sauber lesbar und angenehm retro, ohne altbacken zu wirken
🎧 Sound & Musik: 2–3 – passend zum Arcade-Stil, aber vermutlich kein großer Ohrwurm-Garant
🎮 Steuerung: 2 – direkt, unkompliziert und schnell verstanden
🕹️ Spielgefühl: 2 – flotter Arcade-Racing-Spaß mit schönem „Noch eine Runde“-Effekt
👥 Multiplayer: 2 – klar die größte Stärke, besonders lokal mit mehreren Spielern
🧭 Umfang & Modi: 3 – solide für schnelle Rennen, solo aber wahrscheinlich etwas überschaubar
⏳ Langzeitmotivation: 2–3 – im Mehrspieler stark, allein auf Dauer etwas begrenzter




