Tempest Rising Review
Veröffentlichung: 17. April 2025
Entwickler: Slipgate Ironworks, 2B Games Sp. z o.o.
Plattformen: Microsoft Windows
Genres: Computer-Strategiespiel, Actionspiel
Herausgeber: 3D Realms, Knights Peak, MY.GAMES
Ein Hauch von Retroliebe
Tempest Rising versteht sich als liebevolle Hommage an das goldene Zeitalter der Echtzeitstrategiespiele und weckt sofort Erinnerungen an legendäre Schlachten zwischen GDI und Nod. Während solche Rückgriffe oft nur ein müder Abklatsch vergangener Glanzzeiten sind, beweist Entwickler Slipgate Ironworks mit Tempest Rising, dass Retro-Flair und moderne Spielmechanik sich nicht ausschließen müssen. Das Ergebnis ist eines der spannendsten RTS-Erlebnisse des Jahres – wie ein verlorenes Command & Conquer, das endlich seinen Weg in die Gegenwart gefunden hat.
Vergangenheit und Zukunft
In einer alternativen Zeitlinie eskaliert die Kuba-Krise im Jahr 1962 und entfacht einen weltweiten Krieg, der die Erde an den Rand der Auslöschung bringt. Nach dem globalen Inferno bricht plötzlich an zahlreichen Orten die Erdkruste auf – und aus ihr wächst eine geheimnisvolle, rote, organisch anmutende Substanz: das titelgebende Tempest. Schnell erkennen die verbliebenen Großmächte das gewaltige Potenzial des Materials. Tempest ist nicht nur eine neue Energiequelle – es ist der Schlüssel zur Vorherrschaft in der neuen Weltordnung.
Die Kampagne entfaltet diese düstere Vision mit erzählerischer Wucht und inszeniert den Kampf um Ressourcen, Macht und Überleben in einem spannungsgeladenen Strategiespektakel.
Umfangreiche Solo-Kampagnen
In der Kampagne von Tempest Rising führst du entweder die Global Defense Force (GDF) oder die Tempest Dynasty ins Feld. Jede Seite bietet elf umfangreiche Missionen mit bis zu drei Stunden Spielzeit – insgesamt warten rund 20 bis 30 Stunden Kampagneninhalt. Eine dritte Fraktion war ursprünglich zum Release geplant, wurde aber verschoben.
Strategie-Veteranen kommen bei der GDF auf ihre Kosten: klassischer Basenbau, Raffinerien errichten, Harvester losschicken und die Armee Schritt für Schritt aufrüsten. Die Dynasty dagegen setzt auf Tempo – statt Infanterie rollt direkt schweres Gerät an die Front. Ideal für alle, die von Anfang an offensiv spielen möchten.
Wir suchen erfahrende Kommandeure
Die GDF sammelt im Gefecht „Intel“, eine Ressource, die taktische Vorteile wie erweiterte Aufklärung oder strategische Boni ermöglicht. Unsichtbare Drohnen, die im Stillstand nicht entdeckt werden können, helfen zusätzlich beim Auskundschaften der Karte.
Die Dynasty verzichtet hingegen auf klassischen Basenbau: Ihre gepanzerten, mobilen Tempest-Rigs ermöglichen es, an nahezu jedem Ort Ressourcen zu ernten – schnell und flexibel.
Beide Fraktionen spielen sich dadurch grundverschieden. Ergänzt wird das System durch 18 freischaltbare Doktrinen pro Fraktion, verteilt auf drei Talentbäume. Diese passiven Fähigkeiten – etwa bessere Panzerung oder erhöhter Schaden – sorgen für Tiefe und Variation, besonders im Mehrspieler, wo sie in jeder Partie neu verdient werden müssen.
Grafik und Soundtrack im neuen Glanz
Tempest Rising fühlt sich wie ein neues Command & Conquer – und das im besten Sinne. Der Basenbau funktioniert genauso gut wie in der Vorlage, das Balancing ist ausgewogen, und das klassische Schere-Stein-Papier-Prinzip ist hervorragend umgesetzt. Keine Einheit fühlt sich zu mächtig oder schwach an. Die Kämpfe, bei denen Infanterie-, Land- und Lufteinheiten aufeinandertreffen, sind ebenso zerstörerisch wie spannend – das klassische RTS-Gameplay wird mit frischen Ideen bereichert.
Dank Unreal Engine 5 sieht das Ganze auch noch großartig aus, unterstützt von einem treibenden Hard Rock-Soundtrack von Frank Klepacki, der schon die Musik für Command & Conquer komponierte.
Multiplayer-Fans kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Der Skirmish-Modus bietet Einzel- oder Teamkämpfe gegen Bots, und im Online-Multiplayer könnt ihr im 1vs1, 2vs2 oder 1vs3 um den Sieg kämpfen. Tempest Rising gelingt es hervorragend, das klassische RTS-Erlebnis in die Moderne zu bringen – und ist mehr als nur eine Hommage an Genreklassiker.
Ein RTS-Klassiker der Moderne
Tempest Rising ist weit mehr als nur ein Nachfolger von Command & Conquer. Schon die Videosequenzen wecken Erinnerungen an die originalen Klassiker der 90er Jahre. Alles fügt sich harmonisch zusammen – selbst die gelegentlich chaotischen Sammler. Bei Retro Aktiv vergeben wir keine Prozentskalen oder Punktwertungen, aber wir können eine klare Kaufempfehlung aussprechen.





