Starship Troopers:
Ultimate Bug War (Review)
Veröffentlichung: 16. März 2026
Entwickler: Auroch Digital
Plattformen: PlayStation 5, Nintendo Switch, Xbox Series, Steam
Genres: Actionspiel, Indie Game, Adventure
Herausgeber: DotEmu
Getestet: Steam
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Manche Erinnerungen haben mit Spielen zu tun. Andere mit Filmen. Und manchmal verschwimmen diese beiden Dinge auf eine Weise, die man auch Jahrzehnte später noch genau vor Augen hat.
Ende der 90er stand ich vor einem Kino, voller Vorfreude auf Starship Troopers. Die Zeitschrift "Bravo" hatte den Film damals angekündigt und irgendwo stand dort etwas von einer Altersfreigabe ab 16 Jahren. Perfekt also. Wir waren überzeugt: Das klappt.
Tja. FSK 18.
Der Blick des Kinomitarbeiters war ungefähr so emotionslos wie der eines Brain Bugs. Wir durften wieder gehen. Und mein Gesichtsausdruck damals? Vermutlich eine Mischung aus Enttäuschung, Unglauben und der festen Überzeugung, dass das Universum gerade einen ziemlich schlechten Witz gemacht hatte.
Ein paar Jahre später kam dann die Erlösung. Die erste DVD landete im Wohnzimmer – damals noch mit A- und B-Seite. Man musste den Film tatsächlich umdrehen, um weiterzuschauen. Und plötzlich war sie da: die Mobile Infanterie, Johnny Rico, die Schlacht von Klendathu und dieser völlig übertriebene, ironische Militärpatriotismus.
„Möchten Sie mehr wissen?“
Fast drei Jahrzehnte später stellt sich genau diese Frage wieder – diesmal allerdings auf dem Bildschirm. Denn mit Starship Troopers: Ultimate Bug War versucht ein Retro-Shooter, genau dieses Gefühl einzufangen: Krieg gegen riesige Bug-Horden, Pathos, Explosionen und eine ordentliche Portion satirischer Militärpropaganda.
Und erstaunlicherweise funktioniert das sogar ziemlich gut.
Aber genug von meiner kleinen Zeitreise. Vielen Dank, dass ich die Einleitung übernehmen durfte – und jetzt viel Spaß mit dem eigentlichen Review von Fabian. ( Natürlich habe ich an dem Test mitgeschrieben *hüstel ) Benjamin
Die Mobile Infanterie rückt aus
Kampagne, Missionen und Frontgefühl
In Starship Troopers: Ultimate Bug War schlüpft der Spieler in die Rolle eines Soldaten der Föderation und wird direkt an die Front des Bug-Kriegs geschickt. Statt einer strikt linearen Abfolge von Missionen setzt das Spiel auf größere Einsatzgebiete, in denen mehrere Ziele erfüllt werden müssen.
Mal gilt es, eine Stellung gegen angreifende Arachniden zu verteidigen. In anderen Momenten müssen Bug-Nester zerstört oder versprengte Einheiten gerettet werden. Das sorgt dafür, dass sich viele Einsätze eher wie kleine militärische Operationen anfühlen und weniger wie ein klassischer Schlauch-Shooter.
Zwischendurch sorgen Funksprüche, kurze Storyelemente und militärischer Pathos dafür, dass das Spielgefühl stark an den Film erinnert. Der Tonfall der Kommunikation, die heroischen Durchhalteparolen und die übertriebene Propaganda wirken bewusst leicht ironisch – genau wie in Paul Verhoevens Vorlage.
Man merkt schnell: Dieses Spiel versteht, warum Starship Troopers bis heute Kult ist
Waffen, Tempo und klassisches Shooter-Gameplay
Spielerisch orientiert sich Ultimate Bug War sehr deutlich an klassischen Shootern alter Schule. Wer in den 90ern mit schnellen Ego-Shootern groß geworden ist, wird sich hier sofort zuhause fühlen.
Das Spiel setzt stark auf Tempo. Gegner kommen häufig in großen Gruppen, Angriffe erfolgen aus verschiedenen Richtungen und Stillstand ist meistens keine gute Idee. Statt Deckungssystemen oder taktischem Vorgehen zählt vor allem Bewegung, Zielgenauigkeit und das richtige Timing beim Einsatz der Waffen.
Das Arsenal reicht von klassischen Sturmgewehren über schwerere Waffen bis hin zu besonders effektiven Anti-Bug-Tools, mit denen ganze Schwärme von Arachniden in Sekunden zerlegt werden können. Besonders dann, wenn mehrere Gegner gleichzeitig über den Bildschirm krabbeln, entsteht ein wunderbar chaotisches Schlachtfeldgefühl.
In diesen Momenten fühlt sich das Spiel tatsächlich so an, als würde man selbst Teil der berühmten Schlacht von Klendathu sein – nur diesmal mit der Kontrolle über den Abzug.
Gegnerdesign und Bug-Horden
Natürlich lebt ein Starship-Troopers-Spiel vor allem von seinen Gegnern. Und hier macht Ultimate Bug War einiges richtig.
Die Arachniden tauchen in unterschiedlichen Varianten auf und greifen oft in großen Schwärmen an. Kleine, schnelle Bugs versuchen den Spieler zu überrennen, während größere Kreaturen deutlich mehr Feuerkraft benötigen.
Gerade wenn mehrere Bug-Wellen gleichzeitig über das Schlachtfeld rollen, entsteht genau das Gefühl, das man aus dem Film kennt: Panik, Chaos und die permanente Frage, ob die Munition wohl noch für die nächste Angriffswelle reicht.
Eine interessante Idee ist außerdem die Möglichkeit, zeitweise selbst eine Bug-Einheit zu steuern.
Das bringt eine ungewöhnliche Perspektive ins Spiel und sorgt für eine kleine Abwechslung zum klassischen Shooter-Gameplay. Allerdings bleibt das eigentliche Herz des Spiels klar der Kampf auf Seiten der Mobile Infanterie.
Propaganda, Pixel und Retro-Charme
Grafik, Präsentation und Atmosphäre
Optisch verfolgt Ultimate Bug War einen bewusst nostalgischen Ansatz. Statt auf modernste Grafik zu setzen, orientiert sich der Stil stark an klassischen Shootern der späten 90er und frühen 2000er Jahre.
Die Umgebungen sind funktional gestaltet und bieten genügend Raum für große Gefechte, während Gegner und Effekte den typischen Retro-Charme versprühen.
Explosionen, Laserfeuer und herumfliegende Bug-Überreste sorgen dafür, dass das Geschehen jederzeit dynamisch wirkt.
Die Soundkulisse trägt ebenfalls viel zur Atmosphäre bei. Waffen klingen kräftig, Funksprüche vermitteln das Gefühl eines echten Kriegsschauplatzes und die Musik unterstreicht die heroische – manchmal bewusst übertriebene – Stimmung des Spiels.
Zusammen ergibt das eine Präsentation, die vielleicht nicht technisch revolutionär ist, aber erstaunlich gut zur Vorlage passt.
Man hat häufig das Gefühl, Teil einer interaktiven Version der Föderations-Propagandafilme zu sein.
Und genau das macht einen großen Teil des Reizes aus.
Fazit -
Der Krieg gegen die Bugs macht Spaß
Starship Troopers: Ultimate Bug War ist kein Shooter, der das Genre neu definiert. Stattdessen konzentriert sich das Spiel darauf, eine klare Vision umzusetzen: schnelle Gefechte, große Bug-Horden und eine Atmosphäre, die stark an den Kultfilm erinnert.
Das Gameplay ist direkt, unkompliziert und angenehm oldschool. Wer moderne Shooter mit komplexen Systemen erwartet, könnte hier etwas enttäuscht sein. Wer jedoch Lust auf einen actionreichen Retro-Shooter mit viel Tempo hat, bekommt genau das geliefert.
Besonders Fans des Films werden sich schnell zuhause fühlen. Die Mischung aus militärischem Pathos, ironischer Propaganda und chaotischen Schlachten gegen riesige Insektenhorden funktioniert erstaunlich gut.
Und wenn wieder einmal eine Bug-Welle über das Schlachtfeld rollt und die Munition langsam knapp wird, hört man innerlich fast die Stimme aus den Propagandaclips:
„Möchten Sie mehr wissen?“
In diesem Fall lautet die Antwort ganz klar:
Ja.
🪄 Note: 2 (Gut)
🎨 Grafik:
Bewusst nostalgischer Retro-Look mit funktionalen Umgebungen und vielen Effekten während der Gefechte. Technisch nicht spektakulär, stilistisch aber passend zum Konzept.
🎧 Sound & Atmosphäre:
Funksprüche, Waffenklänge und Musik transportieren das Gefühl des Bug-Kriegs überzeugend. Der Ton des Films wird sehr gut eingefangen.
🕹️ Gameplay:
Schnell, direkt und angenehm oldschool. Die großen Bug-Horden sorgen für intensive Gefechte und erinnern stark an klassische Shooter.
⏱ Spielzeit:
Solide Kampagne mit abwechslungsreichen Missionen und ausreichend Inhalt für mehrere Stunden Bug-Jagd.
🎬 Filmklassiker der 90er
Starship Troopers (1997)
Bevor es den Krieg gegen die Bugs auf unseren Bildschirmen gab, tobte er bereits auf der großen Leinwand. Starship Troopers, der Science-Fiction-Film von Regisseur Paul Verhoeven, erschien 1997 und entwickelte sich über die Jahre zu einem echten Kultklassiker.
Der Film erzählt die Geschichte von Johnny Rico, der sich gemeinsam mit seinen Freunden der Mobile Infanterie anschließt, um gegen eine außerirdische Spezies – die Arachniden – in den Krieg zu ziehen. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Action-Sci-Fi-Film wirkt, entpuppt sich schnell als bissige Satire auf Militarismus, Propaganda und blinden Patriotismus.
Berühmt wurde der Film nicht nur durch seine gigantischen Schlachten gegen die Bugs, sondern auch durch die bewusst überzeichneten Propaganda-Clips, die immer wieder in die Handlung eingeblendet werden. Genau aus diesen Sequenzen stammt auch der legendäre Satz:
„Möchten Sie mehr wissen?“
Was den Film bis heute besonders macht, sind seine visuellen Effekte. Die Arachniden wurden damals mit einer Mischung aus praktischen Effekten, Animatronik und aufwendiger Computeranimation umgesetzt – und erstaunlicherweise sehen viele dieser Szenen auch heute noch beeindruckend aus. Ähnlich wie bei Terminator 2 gehören die Effekte von Starship Troopers zu den seltenen Beispielen, bei denen man auch Jahrzehnte später noch merkt, wie viel Handwerk, Planung und echte Filmtechnik dahinterstecken. Viele der Bug-Schlachten können sich selbst mit modernen Produktionen noch problemlos messen.
Bei seiner Veröffentlichung sorgte der Film für Diskussionen – vor allem wegen seiner brutalen Schlachten und der satirischen Darstellung militärischer Ideologien. Viele Zuschauer erkannten den ironischen Unterton zunächst gar nicht.
Heute gilt Starship Troopers als einer der prägendsten Science-Fiction-Filme der 90er Jahre und hat eine treue Fangemeinde aufgebaut. Die Mischung aus Action, schwarzem Humor und Gesellschaftskritik sorgt bis heute dafür, dass der Kampf gegen die Bugs nicht in Vergessenheit gerät.
Und ganz ehrlich:
Wer den Film einmal gesehen hat, hört die Stimme der Föderation immer noch im Kopf.
„Der Dienst garantiert die Staatsbürgerschaft.“






