Simon the Sorcerer Origins Review

Um Simon the Sorcerer zu kennen, muss man wahrscheinlich ein Kind der 80er oder 90er sein. Der freche Jungzauberer mit dem rot-violetten Mantel und dem losen Mundwerk feierte 1993 seinen ersten Auftritt – damals, als Point-and-Click noch König war. Nach einem starken zweiten Teil 1995 verschwand die Serie jedoch fast in der Versenkung. Ein paar halbgarere Fortsetzungen später war die Magie verflogen – bis jetzt. Denn mit „Simon the Sorcerer Origins“ wagt sich Entwickler Smallthing Studios an ein Prequel, das alten Fans den Zauberstab zurück in die Hand drückt.

Alte Schule mit frischem Zaubertrank

Anders als die späteren 3D-Ausflüge (man erinnere sich an „Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?“ von Silver Style Entertainment) geht es diesmal wieder klassisch in 2D zur Sache. 

 

Der Stil erinnert charmant an „Deponia“ trifft „King’s Quest 7“ – ein bunter Cartoon-Look mit viel Liebe zum Detail.

 


Simon landet in einer abgedrehten Fantasywelt, lernt Magie kennen und trifft auf seinen Erzfeind Sordid. Alles fühlt sich vertraut, aber frisch an – wie ein altes Lieblingsspiel, das plötzlich aufpoliert wieder auftaucht.

Der Ton macht den Zauber

Fans der Originale dürfen jubeln: Chris Barrie, der legendäre Sprecher aus den 90ern, leiht Simon erneut seine sarkastische Stimme – inklusive trockenem Humor, Meta-Kommentaren und kleinen Seitenhieben auf den Spieler.


Und wer lieber auf Deutsch zockt, bekommt mit Erik Borner ebenfalls das Original zurück. Beide Versionen sind absolut gelungen – die englische leicht bissiger, die deutsche dafür nostalgischer.

Point-and-Click wie früher

Das Gameplay ist angenehm klassisch: Gegenstände sammeln, kombinieren, knobeln, fluchen, lachen.


„Simon the Sorcerer Origins“ will kein modernes Experiment sein – es ist ein Liebesbrief an die gute alte Zeit. 

 

Rätsel folgen oft einer sehr eigenen, teils absurden Logik – wer „Discworld“ kennt, weiß, was gemeint ist. Ein kleines Highlight: Die Hotspot-Anzeige erspart lästiges Pixel-Abklappern, ohne den Charme des Genres zu zerstören.

Zwischen Witz und Wacklern

Optisch macht das Spiel auf Screenshots eine hervorragende Figur, in Bewegung ist’s dann aber etwas steif. Die Animationen könnten geschmeidiger sein, der Humor reißt’s dafür locker wieder raus.


Musikalisch bewegt sich alles zwischen Dudeltune und Fantasy-Untermalung – nie nervig, aber auch kein Ohrwurm. Dafür punktet die Sprachausgabe auf ganzer Linie.

Für Fans gemacht – und für alle, die’s werden wollen

„Simon the Sorcerer Origins“ ist kein technisches Wunderwerk, aber eine Herzensangelegenheit. Man merkt, dass hier Leute am Werk waren, die das Original wirklich verstanden haben.


Mit rund zehn Stunden Spielzeit ist das Abenteuer angenehm überschaubar, läuft flüssig auch auf Steam Deck & Co. und bringt genug Charme, um alte Fans und Neueinsteiger gleichermaßen zu verzaubern.

 

 

Fazit: Der Zauber lebt

„Simon the Sorcerer Origins“ ist kein lautes Comeback, sondern ein warmes „Hallo, erinnerst du dich an mich?“.
Ein klassisches Adventure mit Ecken, Kanten, britischem Witz und Nostalgie pur. Nicht perfekt – aber verdammt sympathisch. Wer die alten Spiele mochte, wird hier ein Stück seiner Jugend wiederfinden.

 

🪄 Note: 2 (Gut)


🗣️ Humor: Trocken, britisch, herrlich schräg
🧩 Rätsel: Teils eigenwillig, aber fair
🎨 Grafik: Schön, wenn auch etwas hölzern in Bewegung
🎧 Sound & Sprecher: Top – Nostalgie trifft Qualität
🕹️ Spielzeit: ca. 10 Stunden purer Retro-Zauber

 

Hinweis:
Mit diesem Test haben wir uns auf ein neues Bewertungsformat mit klassischer Schulnote geeinigt.
Es soll als Orientierung dienen – kann aber je nach Spiel, Genre oder Anlass leicht variieren, da bei RetroAktiv weiterhin das Fazit im Vordergrund steht – nicht die Zahl darunter.
 

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