Veröffentlichung: 9. September 2025
Entwickler: Hyperstrange
Plattformen: PC
Genres: Action
Herausgeber: Running With Scissors
Getestet: Steam
Sonnenbrand fürs Oberstübchen
Der Postal Dude im Urlaub? Klingt nach Entspannung, ist aber genau das Gegenteil. These Sunny Daze, das erste große DLC zu Postal: Brain Damaged, erschien am 9. September 2025 für PC. Entwickelt wurde das Ganze erneut von Hyperstrange und CreativeForge Games, betreut von Running With Scissors. Wer schon beim Hauptspiel den Mix aus Oldschool-Shooter und Hirnschaden mochte, bekommt hier die sonnige Erweiterung.
Ferienparadies? Eher Fiebertraum unter Palmen!
Auf den ersten Blick sieht alles nach einem typischen Urlaubsprospekt aus: weißer Sandstrand, azurblaues Wasser, bunte Sonnenschirme, Palmen, die sich sanft im Wind wiegen. Wer hier Screenshot-Pause macht, könnte meinen, er wäre in einem Karibik-Shooter gelandet. Doch wie immer bei Postal gilt: Der Schein trügt.
Denn sobald man den ersten Schritt in dieses sonnige Paradies setzt, bricht die Hölle los. Die Resort-Kulisse verwandelt sich in eine groteske Spielwiese für durchgeknallte Gegner, die so gar nichts mit entspannter Urlaubsstimmung am Hut haben. Zwischen Cocktailbars und Hotelanlagen lauern neue Feindtypen, die aussehen, als wären sie aus einem Alptraum nach einer viel zu langen All-inclusive-Nacht entsprungen.
Der Kontrast aus sonniger Postkartenidylle und brutaler Oldschool-Shooter-Action ist genau das, was These Sunny Daze so besonders macht. Es fühlt sich an wie ein Pauschalurlaub, den man aus Versehen bei Lucifer Travel gebucht hat – und das macht verdammt viel Spaß.
Cocktails? Ich nehm die Sticky Hand.
Urlaub am Strand bedeutet für die meisten: Cocktail schlürfen, Sonne genießen, vielleicht mal ins Meer hüpfen. Für den Postal Dude heißt das: Cocktailgläser zertrümmern, Sonnenliegen umtreten und mit seinem neuen Lieblingsspielzeug, der Sticky Hand, Chaos stiften.
Dieses quietschbunte Tool sieht aus wie ein Kinderspielzeug aus dem Kaugummiautomaten, funktioniert aber erstaunlich vielseitig. Mit einem satten Flatsch zieht man Gegner heran, schnappt sich Items oder katapultiert sich wie ein menschliches Jojo quer durchs Level. So wird das Geballer nicht nur schneller, sondern auch akrobatischer – fast wie ein grotesker Urlaubsparkour.
Dazu gesellen sich fünf neue Waffen, die das ohnehin schon absurde Arsenal des Dudes erweitern. Sie sind weder subtil noch realistisch, sondern genau das, was man erwartet: improvisierte Zerstörungsgeräte, die perfekt in die bunte Resort-Kulisse passen. Die vertrauten Klassiker wie Schaufel oder Shotgun wirken dadurch fast schon harmlos – was schon einiges über das Waffenarsenal aussagt.
Story? Ach komm – als ob du Shakespeare erwartest!
Bevor man die Flip-Flops anzieht: These Sunny Daze ist ein klassisches Add-on und setzt zwingend das Hauptspiel Postal: Brain Damaged voraus. Der Preis liegt bei rund 7 Euro – also kein Luxusurlaub, sondern eher die Pauschalreise unter den DLCs.
Enthalten ist ein eigenständiges Kapitel mit neuen Levels, frischen Gegnern, zusätzlichen Waffen und Achievements. Gespielt wird weiterhin ausschließlich im Singleplayer – Online- oder Koop-Optionen sucht man vergeblich. Dafür bleibt der Fokus klar auf schnellem Oldschool-Geballer, ohne Ablenkungen.
Sprachlich gibt’s deutsche Texte und Untertitel, die Sprachausgabe bleibt – wie im Hauptspiel – auf Englisch. Praktisch: Wer die Steam- oder GOG-Version besitzt, bekommt nahtlos die gleichen Komfortfunktionen wie Cloud-Saves und volle Controller-Unterstützung.
Und für Konsolen-Fans gilt: PS4, PS5 und Switch sind offiziell angekündigt, erscheinen aber erst im späteren Verlauf von 2025. Wer also den Dude lieber am Fernseher durch den Sand pflügen lassen will, muss sich noch ein wenig gedulden.
Fazit: Ein Hirnschaden, den man gerne mitnimmt!
These Sunny Daze ist kein Wellness-Trip, sondern ein grotesker Sonnenstich in Spielform. Es gibt ein frisches Kapitel, neue Waffen, neue Gegner und mit der Sticky Hand ein richtig spaßiges Bewegungstool.
Wer schon beim Hauptspiel lachen, kotzen und ballern konnte, wird hier die Sommer-Edition des Wahnsinns erleben.
Kurz gesagt: Ein Albtraum unter Palmen – und genau deshalb großartig.




