Mario Kart World Review
Vom SNES bis zur Switch 2: Mario Kart erfindet sich neu
Seit dem SNES begleitet uns Mario Kart durch Generationen von Konsolen. Nun schlägt Mario Kart World ein neues Kapitel auf: Statt klassischem Menü führt uns ein offenes Hub-Areal in die Rennen. Doch reicht dieses Konzept aus, um Alt und Neu überzeugend zu vereinen?
So funktioniert das Hub in Mario Kart World
Mario Kart World bricht mit der traditionellen Struktur isolierter Rennstrecken und führt stattdessen ein frei befahrbares Hub-Areal ein.
Hier rasen wir durch Grasebenen, Städte, Gewässer und Vulkane – optisch abwechslungsreiche Zonen, die miteinander verbunden sind.
Auch wenn das Konzept an Forza Horizon 5 erinnert, handelt es sich nicht um eine echte Open World, sondern um einen clever designten Knotenpunkt, der die klassischen Menüs ersetzt.
Das sorgt für ein erweitertes Rennerlebnis, da auch die Wege zwischen den eigentlichen Strecken aktiv befahren und Teil der Spielwelt werden können.
Volles Fahrerfeld, frische Moves und alte Bekannte
Das Fahrerfeld wurde in Mario Kart World spürbar vergrößert und pro Rennen tummeln sich jetzt 24 Karts und Motorräder auf der Strecke. Das sorgt anfangs für ordentliches Gedränge und Chaos im Startbereich, das sich erst legt, sobald sich das Feld nach und nach auseinanderzieht. Bis dahin heißt es: volle Aufmerksamkeit.
Bei den Items bleibt Nintendo seiner bewährten Linie treu und mischt Alt und Neu. Neben Klassikern kehren einige lang vermisste Items zurück, etwa die Eisblume, Wurfhämmer, die Feder oder die Lunchbag. Wie gewohnt verschaffen sie uns kurzfristige Vorteile oder sorgen für gepflegte Konkurrenz-Ärgernisse.
Frische Akzente setzt das Gameplay bei der Streckenführung: Dank neuer Drift-Techniken können wir nun Leitplanken und Stromkabel gezielt für Abkürzungen nutzen. Mit Wandsprüngen erweitern sich die Möglichkeiten zusätzlich, und auch das Fahren auf Wasserflächen wurde spürbar dynamischer umgesetzt.
Dabei zeigt sich Mario Kart World auch technisch von seiner besten Seite: optisch und akustisch ist der neueste Teil ein echter Genuss.
Nicht alles glänzt: Wo Mario Kart World enttäuscht
Doch nicht alles in Mario Kart World ist ein Fortschritt — an mancher Stelle wurde sogar überraschend zurückgebaut.
Die 200-ccm-Klasse fehlt komplett, ebenso die Möglichkeit, Chassis und Räder individuell zu konfigurieren. Die Statuswerte hängen wieder ausschließlich von Fahrer und Fahrzeug ab — ein unnötiger Rückschritt.
Auch bei den Wiederholungen wurde gekürzt: Die praktische Highlight-Funktion fehlt. Im Versus-Modus bleibt die Item-Auswahl weiterhin enttäuschend eingeschränkt — nur Standard oder furios stehen zur Wahl.
Kurios wirkt das neue Rewind-Feature im Solo-Modus. Während der eigene Kart zurückgesetzt wird, fahren die Gegner unbeirrt weiter — sinnvoll allenfalls zum Üben im Freien Fahren.
Ebenfalls ärgerlich: Wer mitten im Grand Prix in ein Online-Spiel geladen wird, kann nicht speichern. Man muss den Cup zu Ende fahren oder abbrechen — leider unnötig.
Schnee, Regen und flüssige Frames: So läuft Mario Kart World
Technisch präsentiert sich Mario Kart World größtenteils solide, optisch bleibt der Stil eng an Mario Kart 8 angelehnt und bietet eine Mischung aus hübschen Details .
Mir gefallen die neuen Grafikeffekte: Wenn es schneit, sammelt sich der Schnee sichtbar auf den Figuren. Und bei Regen saugt sich der Stoff von Marios Mütze allmählich mit Feuchtigkeit voll.
Dynamik zeigen auch Wetter- und Tageszeitenwechsel — zumindest in Ansätzen. Der Tag-Nacht-Wechsel erfolgt allerdings nicht fließend, sondern in klar erkennbaren Stufen. Einen echten Sonnenuntergang oder wandernde Schatten bekommt man leider nicht zu sehen.
Technisch läuft das Spiel im Docked-Modus weitgehend rund: Im Einzelspieler und im Zwei-Spieler-Splitscreen bleibt die Bildrate konstant.
Etwas störend sind die Ladezeiten beim Abbrechen eines Rennens — hier musste ich mehrfach mehr als fünf Sekunden auf die Rückkehr ins Menü warten. Im normalen Spielbetrieb fällt das hingegen kaum ins Gewicht.
Fazit: Alte Stärken, neue Ideen – und ein bisschen Luft nach oben
Mario Kart World macht vieles richtig und bringt frischen Wind in die altbekannte Rennspiel-Formel. Das neue Hub-Areal sorgt für nette Abwechslung, auch wenn es keine echte Open World geworden ist.
Technisch läuft alles rund, die neuen Items und der Knockout-Modus bringen zusätzlichen Spaß ins Fahrerfeld — auch wenn an manchen Stellen noch Luft nach oben bleibt, gerade beim Feinschliff und Komfort.
Trotz kleiner Schwächen bleibt am Ende das Wichtigste: Es macht verdammt viel Spaß.
Wer die Switch 2 sein Eigen nennt, kommt an Mario Kart World einfach nicht vorbei.
Und wer trotzdem absichtlich eine Switch ohne Mario Kart World in den Warenkorb gelegt hat, sollte dem Spiel nach dem einen oder anderen Content-Update und Patch unbedingt eine Chance geben.





